Logopädie

Behandlungsbereiche der Logopädie

Sprachstörungen = Aphasie

Die Aphasie beschreibt eine Sprachstörung, die aufgrund einer Schädigung in der sprachdominanten Hirnhälfte entsteht. Sie entsteht meistens durch Schlaganfall, Hirnblutung oder anderen neurologischen Erkrankungen in dieser Region. Unter Aphasie fallen:

Dysgrammatismus

Dysgrammatismus bezeichnet eine zeitliche (stehenbleiben auf einem früheren Entwicklungsstand) oder qualitative Abweichung (grammatische Strukturen, die so im grammatischen Regelsystem nicht auftreten) im Erwerb und Gebrauch der Satz- und Wortbildung.

Später Sprechbeginn / Late Talker

Dyslexie / Dysgraphie

Dyslexie ist die Störung der Lesefähigkeit. Dysgraphie ist die Störung der Schreibfähigkeit.

Sprachentwicklungsstörung und Sprachentwicklungsverzögerungen

Von einer Sprachentwicklungsverzögerung spricht man, wenn sich zeitliche Differenzen zur normalen Sprachentwicklung im Kindesalter ergeben. Die Bandbreite der normalen Sprachentwicklung ist sehr groß, Sprachentwicklungsverzögerungen sind daher nicht immer leicht zu erkennen. Mögliche daraus resultierende Folgen Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS).

Zweisprachigkeit

Deutsch als Zweitsprache

Sprachverständnisstörung

ist das Fernbleiben der Fähigkeit, Sprachverständnis in Sinn und Bedeutung von Lautäußerungen zu erfassen.

Sprach- & Sprechstörungen bei chronisch-neurologischen Erkrankungen (MS, Parkinson u.a.)

Sprechstörungen = Dysarthrie

Beeinträchtigungen der Artikulation, Atmung, Betonung und der Stimme.

Aussprachestörung

Phonetische und phonologische Störungen sind Störungen der Aussprache bzw. der Lautanwendung. Eine rein phonetische Störung liegt vor, wenn ein Kind nicht in der Lage ist, einzelne Laute zu bilden bzw. sie fehlbildet. Bekannt ist hier vor allem die Fehlbildung des Lautes /s/ („Lispeln“). Von einer rein phonologischen Störung wird gesprochen, wenn ein Kind einen Laut zwar korrekt bilden kann, ihn jedoch nicht korrekt anwendet.


Bespiele: Ersetzungen (Bsp.: Schule -> Sule, Kissen -> Tissen), Lautauslassungen (Bsp.: Knopf -> Nopf, Blume -> Bume)


Häufig kommt es zu Mischformen, den phonetisch-phonologischen Störungen.
Sind mehrere Laute betroffen, so ist das Kind häufig für außenstehende Personen sehr unverständlich.

Dysarthrie / Dysarthrophonie

Eine Dysarthrie ist eine erworbene neurogene Sprechstörung, die durch Schädigung des zentralen oder peripheren Nervensystems verursacht wird. Sprechbewegungen können nicht mehr gesteuert und ausgeführt werden. Dabei sind die Funktionskreise Atmung, Stimmgebung und Artikulation betroffen.

Kindliche Sprechapraxie / verbale Entwicklungsdyspraxie

Die Sprechapraxie wird als Störung sprechmotorischer Programmierungsprozesse definiert, d.h. der Betroffene weiß sehr genau was er sagen möchte, kann allerdings aufgrund der gestörten Handlungsplanung die motorischen Mund- und Zungenbewegungen nicht korrekt ausführen, damit das, was er sagen will auch korrekt aus dem Mund kommt.

Rhinophonie / Rhinolalie

Rhinophonie ist besser bekannt unter dem Begriff Näseln. Es kommt entweder zu einem zu viel oder zu wenig an Luft, die über die Nase während des Sprechens austritt.

Hören

Hören umfasst die Schallaufnahme und Weiterleitung über das Hörorgan über das Außenohr, Mittelohr und Innenohr.

Auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung (AVWS)

Bei einer zentral-auditiven Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung handelt es sich um eine Störung der Hörverarbeitung zwischen dem Innenohr und dem Gehirn. Das periphere Hören (Weg zwischen Außenohr bis zum Innenohr) ist intakt. Das Problem liegt in der Weiterleitung des akustischen Signals über die Hörbahnen und der Weiterverarbeitung und Auswertung im Gehirn. Dort bekommt das akustische Signal eine Bedeutung und kann von anderen Eindrücken unterschieden werden.

Hörstörungen  

Störungen des Gehörs können vielfältige Folgen für das Sprechen haben, weil man weder die eigene Sprache noch die der anderen richtig hören kann. Symptome einer Hörstörung können zum Beispiel undeutliches Sprechen, Näseln, Probleme mit der Grammatik oder begrenzter Wortschatz sein. Hörstörungen führen häufig zu auffälligen Verhaltensweisen, bei Kindern z.B. zu permanenter Unruhe oder dem Rückzug von Freunden und Bekannten, bei Erwachsenen vor allem zur Reduzierung der sozialen Kontakte. Die Kommunikationsfähigkeit kann entscheidend beeinträchtigt sein.